Archiv der Kategorie OffTopic

Datenklau - Datengau

Die Diskussion um den Kauf gestohlener Bankdaten über deutsche Steuersünder in der Schweiz schlägt hohe Wellen. Man kann über die Frage, ob der Staat derartige, illegal erlangte Daten ankaufen darf oder sogar soll, geteilter Meinung sein. Eines aber beweist Stasi 2.0-Schäuble mit seiner Kaufabsicht: Im Falle eines Falles heiligt der Zweck die Mittel und Datenschutzrechte sind ein minderes Gut.

Wenn schon, wie jetzt wiederholt geschehen, gut bezahlte Angstellte aus der Privatwirtschaft keine Hemmungen haben ihr vertrauliches Wissen illegal zu kopieren und in bare Münze umzuwandeln (wobei der Staat, der ja eigentlich derartige Verbrecher hinter Schloß und Riegel bringen sollte, hilfreich assistiert), warum sollte man dann annehmen, dass kleine unterbezahlte staatliche Angestellte und Beamte es anders handhaben werden, wenn “interessierte Kreise” nach Daten anfragen? Das Stichwort dazu ist ELENA, die neue Bundesdatenkrake, die uns dem gläsernen Menschen näher bringt.

Stoppt-ELENA-Banner der Piratenpartei

Wie schon bei der Vorratsdatenspeicherung, so gilt auch für ELENA: Sicher vor Mißbrauch sind nur die Daten, die nicht erhoben werden.

In Memoriam

Nachtrag (06.07.2009): Am 18. Juni war ich einfach zu geschockt von soviel politischem Unverstand, doch heute muss an dieser Stelle endlich der passende Nachruf (Quelle: Der Eckpfeiler, dia-blog, AK Zensur) dokumentiert werden:

RIP Artikel 5

Die Generation C64 (?) und die Politik

Ich bin zwar überrascht, wie der Autor dieses Artikels auf SpiegelOnline auf die Idee kam, eine Generation C64 zu erfinden und dann auch noch eine etwas eigenwillige Definition der Altersgruppe abzuliefern, aber dass unsere führenden Politiker vom Internet (und anscheinend auch vom Grundgesetz und dort verbrieften Freiheiten) keine Ahnung haben, dass wurde korrekt analysiert. - Lesenswert!

Nachtrag (05.07.2009): Die folgende Grafik ist einfach nur genial. Darum Dank an Wortfeld für die gelungene Komposition (freigegeben unter unter CC-by-Lizenz). Dort findet man - neben anderem - auch noch eine größere Version der Grafik.

Spiegel: Generation C64

Es war einmal: das Fernmeldegeheimnis

Zum Auftakt des Wahljahres 2009 lassen SPD und CDU/CSU alle unsere Internetzugänge, Internettelefonie und E-Mail-Nutzung verdachtslos protokollieren.
Wir Internetnutzer protestieren - Stoppt die Vorratsdatenspeicherung!

Protest gegen Vorratsdatenspeicherung 2009

Eine Aktion von www.vorratsdatenspeicherung.de

Weitere Blogeinträge zum Thema gibt es hier und da.

Demo “Freiheit statt Angst 2008″

Eigentlich geht es ja hier in diesem Blog nicht um Politik, aber manchmal läßt sich das einfach nicht umgehen. Schließlich ist unsere Freiheit (nicht nur) im Internet bedroht und damit auch das Medium als solches. An diesem Samstag sind 100.000 gegen den Überwachungsstaat aufgestanden und haben gezeigt: So nicht!

Freiheit statt Angst: 11. Oktober 2008

Die Demo hat es sogar bis in die Fernsehabendnachrichten geschafft und dürfte somit auch von unseren Staatsführern wahrgenommen worden sein. Wobei mir bis heute schleierhaft bleibt, warum unsere versammelte Journalistenschar das Thema der staatlichen Überüberwachung nicht jeden Tag problematisiert. Letztlich ist ja auch die Presse(informations)freiheit (und damit die Demokratie selbst) gefährdet, wenn sich keiner mehr traut Informationen anonym weiterzugeben, weil Anonymität (für Otto Normalbürger) unmöglich wird.

In welchen Irrsinn uns der Staat mit vernetzten und zusammengeführten Daten, mit Biometrie, Vorratsdatenspeicherung, Lebensbegleitender Steuernummer, Gesundheitskarte und all den anderen Datengräbern und Überwachungsinstrumenten treibt, sollte ja inzwischen jeder mit Hirn zwischen den Ohren erkannt haben.

Nur Herr Schäuble begreift nicht, dass er nicht der Retter sondern der Totengräber des freiheitlichen Rechtsstaats ist. Die eigentliche Bedrohung sind nicht ein paar Terroristen, die immer als Begründung aus der untersten Schublade herausgekramt werden, um Lieschen Müller für dumm zu verkaufen, die eigentliche Bedrohung sind die vom Staat gesammelten Daten selber.

Personen- und Sachschäden durch Terroristen waren selbst zu den schlimmsten Zeiten der RAF ein Nichts im Verhältnis zu Verkehrsunfällen oder Ärztepfusch in Krankenhäusern. Damit hier kein Mißverständnis aufkommt: Ich habe kein Verständnis für Terrorismus oder Vandalismus oder was Verwirrte sonst noch so schlimmes anrichten können. Es geht um die Verhältnismäßigkeit, um Relevanz. Wenn man Leben retten will, sollte man in den Straßenverkehr investieren (sichtbare Fahrbahnmarkierungen sollen sehr hilfreich sein) oder mehr Ärzte einstellen um die übermüdeten Kollegen zu unterstützen. Das würde viele Menschen retten!

Statt dessen versucht man, Terroristen und organisierte Krimnalität (die “Mafia” eignet sich auch immer gut als Todschlagargument) durch Einschränkung der Freiheitsrechte aller Bürger zu erwischen. Das ist doch lachhaft. Profis kann man mit Vorratsdatenspeicherung und Telekommunikationsüberwachung nicht schocken. Profis finden immer Wege der Verschleierung. Auf der Strecke bleibt der Normalbürger, der falls dumm genug, sich sicherer fühlt und dann wegen eines “blöden” Zahlendrehers bei der IP-Adresse oder falscher Adressdaten eine Hausdurchsuchung erleben darf!

Nein Herr Schäuble, Überwachung steigert nicht unsere Sicherheit. Wie die Datenskandale der letzten Wochen und Monate eindeutig zeigen, gelangen alle gesammelten Daten, wenn sie nur interessant sind, früher oder später in falsche Hände. Das waren Kriminelle bei der Telekom? Na, als wenn noch nie ein Staatsdiener kriminell geworden wäre? Was der Staat derzeit anhäuft ist ein Datenpool, bei dem der organisierten Kriminalität schon jetzt das Wasser im Munde zusammenläuft. Die Bundesregierung serviert das alles auf dem Silbertablett und früher oder später landet es zwangsläufig bei der Mafia und den gefürchteten Terroristen. Der Schutz dieser sensiblen Daten vor kriminellem Mißbrauch ist nur auf eine Art zu erreichen: indem man sie erst gar nicht erhebt. Folgerichtig sitzt die größte Gefahr für unseren freiheitlichen Rechtsstaat nicht irgendwo in einem Schützengraben in Afghanistan sondern in unserer Regierung - er weiß nur nichts davon.

Links zur und über die Demo:

In eigener Sache: Spamer unterwegs!

Seit einigen Wochen und in letzter Zeit vermehrt, sind die Leseranmeldungen zu diesem Blog in die Höhe geschnellt. Nun ist das ja eigentlich erfreulich. Weniger erfreulich sind jedoch die von den Anmeldern hinterlassenen E-Mail-Adressen, die fast alle auf russische Server führen und verdammt nach Spam riechen. Worin der Sinn liegen soll, sich in einem Blog anzumelden und dann nicht im Blog zu spammen, weiß ich nicht, aber irgendwas mieses wird es damit schon auf sich haben. Vermutlich sind irgendwelche Spam-Versuchs-Roboter unterwegs.

Ich habe daher alle ungebetenen Neuzugänge gelöscht (Abonnenten sind davon nicht betroffen) und jetzt die Selbstregistrierung abgeschaltet. Sollte ich jemanden versehentlich gelöscht haben oder sollte sich jemand neu anmelden wollen (z.B. für ein Abo), so sende er mir einfach über meine Kontaktseite eine Nachricht.

HT 2008: Kulturprogramm

Als Ausgleich zu den täglichen Strapazen (Lärm und Gestank) auf der hobbytronic, haben sich gestern Nacht einige von uns im Bochumer Westpark getroffen (Links: Wikipedia, Ruhr-Guide, PDF-File von topos.de) und ein wenig Kultur genossen. Der gesamte Park ist illuminiert. Folglich ist ein Besuch nach Einbruch der Dunkelheit besonders zu empfehlen.

Im Westpark Bochum Beleuchtete Rohrbrücke

Die Bilder zeigen die “Kultursuchenden” (ohne den Fotografen) und eine beleuchtete Rohrbrücke. Leider hatte Petrus kein Einsehen mit uns und ließ die ganze Zeit einen feinen Nieselregen vom Himmel tröpfeln. [Link: weitere Bilder vom Westpark auf Bochum.de (JavaScript)]

Bildungsfernsehen

Manchmal erfüllt der Öffentlich-Rechtliche-Rundfunk doch noch seinen Bildungsauftrag. Neben Volksmusik und Soap blitzt dann plötzlich gekonnte politische Satire auf. Gestern und Heute (also Silvester und Neujahr, wo alle Bildungshungerigen vor dem Fernseher sitzen,) wurde das Programm “Bis neulich - 2007″ von Volker Pispers wiederholt (Phoenix Programmvorschau).

Das ist Kabarett vom Feinsten. Pispers teilt (unparteiisch) nach allen Seiten aus und unterscheidet sich so wohltuend von Gesinnungskabarettisten, die bei erforderlicher Kritik in Richtung des eigenen Parteibuchs plötzlich an Stimmversagen leiden. Passend zu aktuellen Geschehnissen [Video dazu auf YouTube] findet Pispers die richtigen Vergleiche und Relationen. Eigentlich ist Satire nicht die richtige Bezeichnung für das was Pispers macht. Er analysiert präzise und spricht einfach die (für manche Leute unbequemen) Wahrheiten aus, die uns Bürgern eigentlich täglich von den Medien berichtet werden müssten. Doch diese fallen auf politische Nebelkerzen herein.

Genaugenommen gehört Pispers Analyse als politische Aufklärung in den Unterricht jeder 10. Klasse. An den Inhalten dieses Programms ließe sich Funktionieren und Versagen unserer Demokratie aufzeigen und diskutieren. Das wäre mal ein interessanter politischer Unterricht.

Gute Nacht Deutschland!

2007 wird als schwarzes Jahr in die Geschichte eingehen. Alle Lehren aus dem Desaster der Nazizeit über Bord werfend, wird völlig unnötig der Überwachungsstaat ausgerufen. Das Fernmeldegeheimnis, wichtiger Kern der Privatsphäre, wird endgültig zu Grabe getragen. Wir sollten uns darauf einstellen, dass unsere Kinder einmal fragen werden: “Warum habt ihr nichts dagegen unternommen, bevor es soweit kam …”.

Den folgenden Text fand ich als Beilage zur letzten Go64! / Retro:

Du bist Deutschland Terrorist!

Ab 01.01.2008 wird von allen Bürgern völlig verdachtsunabhängig protokolliert, wer, wann, mit wem, von wo nach wo, wie lange kommuniziert. Das betrifft Telefon und Handy, ab 2009 auch Internet.

Deutschland driftet damit in Richtung Überwachungsstaat. Freie Meinungsäußerung und Pressefreiheit sind durch Beobachtungsdruck gefährdet. Begründet werden die Maßnahmen mit der angeblichen Verbesserung der inneren Sicherheit obgleich das BKA bekennt, dass damit nur eine 0,006% höhere Aufklärung möglich wäre. Die sogenannte Vorratsdatenspeicherung stellt für diesen “Sicherheitsgewinn” 82,4 Millionen Bürger unter Generalverdacht, ist also völlig unverhältnismäßig.

Sie verletzt Grundrechte wie beispielsweise das Fernmeldegeheimnis und stellt einen gravierenden Eingriff in die Privatsphäre dar. Der gläserne Bürger wird Realität. Schon jetzt weckt der Datensammelwahn weitere Begehrlichkeiten, beispielsweise der Wirtschaft.

Viele Bürger sind immer noch ahnungslos, auch weil in den Medien kaum Aufklärung darüber stattfindet. Jeder ist betroffen! Daher ist jeder Einzelne gefragt sich und seine Mitbürger zu informieren!

Was kann ich tun?
- An der “Sammel-Verfassungsklage” beteiligen
- Dich selbst und Deine Mitbürger informieren

Mehr unter www.vorratsdatenspeicherung.de

V.i.S.d.P: Armin Holp Rohrbach 9/1, 71570 Oppenweiler

 

Links zum Thema:
- http://www.vorratsdatenspeicherung.de/
- http://www.ccc.de/
- http://www.foebud.org/
- http://piratenpartei.de/
- http://de.selfhtml.org/
- http://www.volkszertreter.de/

Gelb und Grün

Wenn einer eine Reise tut, … Die “Nebenwirkungen” einer Computermesse sind vielfältiger Natur. Die CCL-Crew übernachtet in der Jugendherberge (JuHe) Tübingen (nein, wir schlafen nicht unter den Tischen in der Messehalle) und fahren daher über die B27 zur Messe und zurück und abends geht’s dann gepflegt zum Essen in ein Restaurant. Was das mit der Überschrift zu tun hat? Lesen Sie einfach weiter…

Gelbe Zitronen

Donnerstag beim Mexikaner: Warum wird hier Cola mit einer halben Zitronenscheibe im Glas serviert? Wenn ich Zitronenlimo gewollt hätte, hätte ich welche bestellt. Während S.B. seinem Laster fröhnt und im Räucherabteil der Gaststätte verschwindet, versuchen wir das Zitronenproblem zu lösen. Mit der Gabel rausfischen und mittels Hebelkatapult aus Gabel und Glasrand quer durch den Raum schießen? Einem anderen Gast in die Jackentasche stecken? Ist hier kein Blumentopf? Aber da steht ja auch noch das Bier von S.B. - Bier mit Zitrone? Wer hätte gedacht, dass das allgemeinen Rauchverbot in Gaststätten so schwerwiegende Probleme mit sich bringen könnte? Die früher stets verwendete Beseitigungsmethode steht nicht länger zur Verfügung: es gibt keine Aschenbecher mehr.

Grüne Polizisten

Freitag, nach unserem (schon fast rituellen) Besuch beim Japanesen in Stuttgart - auch hier wieder: Zitrone in der Cola (es scheint eine regionale Unsitte zu sein) - ging es zurück nach Tübingen. Doch dann: Blaulicht, Stau, Unfall (ein übler Unfall). Ausgerechnet direkt vor uns meinte die Polizei, dass jetzt eine Vollsperrung erforderlich sei. Dann konnte man effizientes Unfallmanagement erleben. Anstatt zum Besen zu greifen (es hätte da auch sicherlich einige Freiwillige aus der Schar der genervten Autofahrer gegeben), trafen erstmal weitere Polizeifahrzeuge ein. Deren Besatzung griff aber auch nicht zum Besen sondern diskutierte mit den anderen Polizisten den Unfallhergang oder saß im warmen Polizeifahrzeug herum. Nach etwa einer Stunde kam dann ein Abschleppwagen und damit auch ein armer Kerl mit ADAC-Glühwürmchenjacke, der dann den ganzen Kram wegfegen durfte, während ein knappes Dutzend Polizisten in der Gegend herumstand (na gut, einer hat aufgepasst, dass er auch alles restlos wegfegt). Nach eineinhalb Stunden, wir saßen schon auf heißen Kohlen, denn die JuHe schließt um 24:00 Uhr, ging es endlich weiter.

Aber das war’s noch nicht gewesen! Etwa einen Kilometer vor der JuHe: Polizeikontrolle! “Führerschein, Fahrzeugpapiere, …”, zum Glück alles kein Problem, “Sind das alles Ihre Vornamen?” “Äh, ja, seit meiner Geburt.” Leuchten die Lampen? Profil auf den Reifen? Da habe ich, nach über 25 Jahren Führerschein, ausgerechnet in dieser Nacht die erste Polizeikontrolle meines Lebens. Als wir an der JuHe ankommen, ist es genau fünf vor Zwölf und natürlich kein Parkplatz mehr frei. Aber immerhin, gerade noch geschafft und so müssen wir nicht draußen unter einer Brücke schlafen.