Monatsarchive: August 2007

10 Jahre Party – Willow 2007

Dieses Jahr ist es mir erstmals gelungen, die Willow zu besuchen. Und das, wo es die Party nun schon seit 10 Jahren gibt! Immerhin konnte ich es einrichten, am Samstag auf einen Kurzbesuch nach Kohlstädt zu fahren, um dort einige bekannte Gesichter wiederzusehen. Neben dem halben Dienstagstreff und vielen Bekannten aus dem Forum64 konnte die Organisatoren FLoyD und Sebastian auch MacGyver von Protovision sowie Honey und Plastique von Welle:Erdball begrüßen.

Begruessung Pause Honey Blick in die Runde

Am Samstag wurde natürlich noch fleißig an diversen Beiträgen für die große Party-Compo programmiert (die Ergebnisse werden sicher auf der Party-Page veröffentlicht), trotzdem war genug Zeit für den einen oder anderen kleinen Wettbewerb.

Honey veranstaltete eine SID-Compo, bei der Titel oder Interpret des Originals erraten werden mussten. Und am Nachmittag startete die CaliforniaGames-Compo mit „Real-Life“-Einlage. Die Gruppe mit McGyver hat haushoch gewonnen. Ich frage mich, was er in seinem Leben sonst noch macht, außer C64-Spiele zu spielen und sich mit „Commodore-Trivia“ zu beschäftigen. Denn das war das Thema eines weiteren Wettbewerbs am frühen Abend und natürlich räumte er da wieder alle Fragen ab.

Natürlich gab es noch mehr zu sehen oder zu hören! Protovision stellte ein neues Jump’n’Run (JimSlim) vor; es gab den einen oder anderen „bunten“ C64 zu sehen; wer wollte, konnte zuschauen, wie man einen C64 repariert oder SMD-Bauteile auf eine MMC2IEC-Platine lötet; der Dienstagstreff bastelte an einer neuen, konfigurierbaren Stereo-SID-Platine, die alle bisher entwickelten Stereo-SID-Varianten ersetzen kann – Honey ließ sich gleich einen Prototypen in seinen CeVi einbauen – und für das IEC2ATA V2 wurde eine weitere alternative Firmware getestet. Das Programm von Jochen Adler unterstützt JiffyDos und erlaubt auch das Lesen und Schreiben sequentieller Files. Im Härtetest gelang es Metal Dust vom IEC2ATA zu starten und problemlos durchzuspielen. Nur bei Blockbefehlen musste auch diese Firmware passen.

Der kleine Ausschnitt der Willow, den ich erleben konnte (ich musste schon vor Mitternacht wieder zurück und da geht ja bekanntlich die Party erst so richtig los), war allererste Sahne und jeden gefahrenen Kilometer wert. Die Glücklichen, die an allen drei Tagen Partyfeeling genießen konnten. Dank gilt da natürlich den Organisatoren, die dies ermöglicht haben.

Wer sich ein paar Bilder von der Party anschauen möchte, sollte in das C128.Net Photoalbum klicken.

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VICE 1.22 mit besserer C128-Emulation

Seit dem 11 August 2007 ist die Version 1.22 des VICE-Emulators online. Und sie wartet mit einer lange ersehnten Funktion auf: dem 2 MHz-Modus! Viele Jahre musste man sich damit herumquälen die Arbeitsgeschwindigkeit im VDC-Modus auf „Normalniveau“ anzuheben, indem man den Emulator auf 200% Geschwindigkeit einstellte. Das war eine ziemlich krepelige Hilfslösung, da dabei auch der Interrupt doppelte Geschwindigkeit erhielt und somit schon einfache Texteingabe zum Problem werden konnte (200% waren gerade so nach handhabbar).

Auf der News-Seite des VICE-Teams kann man die wesentlichen Änderungen nachlesen. Für mich, der bisher noch die Version 1.19 benutzte, war auch eine Änderung in der Version 1.21 von Interesse. Es hatte sich mal wieder jemand an eine Verbesserung der rudimentären VDC-Routinen gewagt.

* Changes in VICE 1.22
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** C128 changes
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- Added 2 MHz mode support (experimental).
- The cursor keys are mapped differently in C64-mode now.
- Fixed C64-mode autostart support.
** MS-Windows changes
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- New volume slider control.
* Changes in VICE 1.21
======================
** C128 changes
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- Added digimax support.
- Fixed some minor VDC graphics bugs.
 

Der 2 MHz-Modus wird als „experimentell“ gekennzeichnet. Ich konnte so ohne weiteres keine Probleme feststellen (sonst hätte man die Version wohl auch nicht veröffentlicht), hatte jedoch einen nicht reproduzierbaren Absturz bei einem wild-auf-der-Tastatur-herumgetippe. Immerhin laufen jetzt VDC-Applikationen in akzeptabler Geschwindigkeit auch ohne die Timingprobleme des 200%-Tricks.

Die Verbesserung der VDC-Routinen interessierte mich ebenfalls brennend, hatte sich doch hier im Laufe der Entwicklung eine Verschlimmbesserung eingeschlichen. Die Version 1.19 war hier ziemlich „buggy“ und zeigte nur 79 statt der erforderlichen 80 Spalten an, wie die beiden folgenden Bilder aus der rechten unteren Bildschirmecke zeigen:

Vice 1.19 VDC Grafikbug Vice 1.22 VDC mit 80 Zeichen
VICE 1.19: die Spalte 80 fehlt VICE 1.22: alles wieder OK
   

Der Bug mit der Spalte 80 war übrigens in Vice 1.16 noch nicht vorhanden, wie die Grafiken auf der MySoft-Seite beweisen, und hatte sich vermutlich mit der Version 1.18 eingeschlichen.

Ein großes Problem der VDC-Emulation war bisher die hochauflösende Grafik. Wie ein Test mit dem Graphic Booster 128 ergab, hatte sich hier nichts entscheidendes gebessert. Die Monochromen Auflösungen wurden zwar bis zu einer Breite von 752 Pixeln (horizontal) unterstützt, die vertikale Auflösung (480 Pixel und mehr) konnte jedoch nicht korrekt wiedergegeben werden. Auch scheint es Probleme mit der Interlacedarstellung zu geben, denn Versuche den Mehrfarbmodus zu aktivieren, führten regelmäßig zum Absturz des Emulators.

Weniger anspruchsvoll als der Graphic Booster ist Basic 8. Hier scheint es zunächst, als ob alle Pixelchen ihren Platz auf dem Bildschirm finden. Doch beim genauen Hinsehen, muss man auch hier am unteren Rand auf einige Rasterzeilen verzichten.

Basic8: Grafikfehler bei ‘Tower’

Kleine Tricks, wie die Erweiterung der Zeichenanzeige auf 9×9 (statt 8×8) Pixel, um die Lesbarkeit von Text zu verbessern, funktionieren leider auch nicht. Man darf vermuten, dass die fehlende Manipulationsfähigkeit bei der Kachelgröße und wohl auch die noch mangelhafte Umsetzung einiger anderer VDC-Registerfunktionen die Ursachen der Probleme mit dem Graphic Booster bilden.

Ein weitere Neuerung in der Windowsversion von VICE 1.22 ist der kleine Schieberegler in der rechten unteren Ecke. Vice jetzt mit LautstärkereglerAnders als man es vielleicht als C128-User spontan vermuten möchte, handelt es sich keineswegs um einen Hebel um sanft von 1 MHz in den 2 MHz-Modus zu wechseln… Es ist ein ganz profaner aber auch nützlicher Lautstärkeregler.

Was ist das Fazit nach einigem Testen? Noch nie war VICE so wertvoll wie heute. Doch mehr noch als für den C64 gilt: Die Emulation ist und bleibt rudimentär. Ein echter C128 ist auch mit noch so viel PC-Rechenpower nicht zu ersetzen.

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