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HE2016: Belagerung

09:30 Uhr: Die Rechner werden vorgeglüht. Nachdem wir gestern fast überrannt wurden, teilweise war die Menschantraube so dicht, dass man sich auf dem Stand fast nicht mehr bewegen konnte, bereiten wir uns auf das Finale vor.

10.00 Uhr: Die Tore werden geöffnet. Skern und NLQ arbeiten an einer Korrektur der Firmware für das IEC2IEEE. Das wird sich hinziehen…

10.35 Uhr: Ich beschließe, mich um meinen C128 mit der fehlenden Tastaturkappe zu kümmern. Ist ja auch erst 3 Jahre her, dass das Malheur passierte… Wie sich nach längerer Suche herausstellt, habe ich die zerbröselten Teile und die Kappe irgendwo verlegt; jedenfalls ist sie nicht in einer der Ersatzteilkisten wo sie hätte sein sollen. Macht nichts, Planung ist alles! Ich habe eine originalverpackte Ersatztastatur dabei und nehme einen Komplettaustausch vor. Interessanterweise hat die neue Tastatur zwei auf der Unterseite eingelötete Kondensatoren, die die alte Tastatur nicht aufweist. Ein Kurzer Test: alles ok. Die alte Tastatur verliert bei der Aktion eine weitere Kappe und wird zum Ausschlachten freigegeben.

10:50 Uhr: Martin vom AUGE e.V. hat heute seine Max Machine (VC 10) mit Multimax-Modul mitgebracht. Da der Rechner nur 2 KB RAM enthält, ist er ohne Modul nicht funktionsfähig. Wie sich zeigt, ist Japanisches NTSC für deutsche Fernseher ein ernstes Problem; weshalb das Bild nur in schwarz-weiß und mit viel Gekrissel angezeigt wird. Immerhin ist das Gerät in Ordnung.

11.05 Uhr: Das Multimax-Modul funktioniert auch an einem C64. Der Vorteil: jetzt auch in Farbe und mit klarem Bild! Neben Spielen bietet das Modul auch zwei BASIC-Varianten. Mini Basic stellt sagenhafte 510 Byte RAM zur Verfügung. Max Basic bietet immerhin 2047 Bytes. Die Spiele sehen auf den ersten Blick eher grottig aus.

11.15 Uhr: So ein „unbekanntes“ Modul muss natürlich genauer untersucht werden. Skern zückt also seinen Schraubendreher und erlaubt allen einen Blick in’s Innere. Das ROM ist gesockelt und so wird mittels EPROM-Brenner (dem VzEkC sei gedankt) eine Sicherheitskopie ausgelesen. Mal sehen, vielleicht sehen wir das Maxmodul demnächst in einem Easy-Flash.

11.40 Uhr: Ein Besucher sucht nach einem Abnehmer für seine alte Hardware. NLQ wohnt günstig und wird das Equipment retten.

12.00 Uhr: Der Stand wird wie gestern von Menchenmassen belagert. Einige Besucher wollen selber mal wieder was in einen C64 eintippen und suchen verzweifelt nach einem Rechner ohne installiertem Spiel. Natürlich erfüllen wir solche Wünsche gern. Wozu gibt es sonst den Ein/Aus-Schalter?

14.00 Uhr: Brainstorm schaut auf die Uhr und stellt fest: noch 4 Stunden! Da er ständig auf den Beinen ist und zwischen den Spielerechnern hin und her pendelt, um zu erklären und zu helfen, qualmen ihm die Füße.

15.00 Uhr: Ich diskutiere gerade mit Brainstorm die Vorteile des Easy-Flashs (die Besucher haben einen Hang dazu die Rechner an- und auszuschalten, was früher lange Ladezeiten von Floppy bedeut hat), als wir zu Controller-Problemen bei Online-Spielen am PC befragt werden. Da das nicht so ganz unser Fachgebiet ist, verweisen wir auf VICE und emulierte C64-Spiele, da sollte der Controller schon irgendwie funktionieren.

15.30 Uhr: Ein Pärchen, beide Ende dreißig, nähert sich dem Stand. Er: „Oh, C64!“ Sie (wenig begeistert): „Oh.“ Er: „Da kann ich Dir mal zeigen mit was ich mal angefangen hab.“ Sie (leicht genervt): „Ah.“ – Wir stellen fest: da ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten!

16.35 Uhr: Schon seit Stunden bastelt Skern an seiner handgefädelten IEC2IEEE-Platine herum. Seine Absicht, mal „so auf die Schnelle“, die bisher fehlende Flash-Funktion nachzurüsten, erweist sich als komplexer als gedacht. Doch jetzt ist die Hardware funktionsfähig. NLQ entwickelt derweil die Flash-Software weiter.

16.55 Uhr: In unseren Köpfen hat sich das allgemeine Gedudel als Geräuschbrei festgebrannt. Der wahren Commodore-Fan fragt sich: Kann denn C64-Sound nerven? Wir meinen: Ja, nach vier Tagen schon!

17.00 Uhr: Die letzte Stunde wird eingeleitet. Und im Geiste wird schon seit geraumer Zeit die Strategie für den Standabbau entwickelt. Brainstorm stellt fest: Wir müssen den Abbau so planen, das wir uns nicht selbst blockieren und nachher gut mit dem Auto ranfahren können. Recht hat er!

17.07 Uhr: Wie Brainstorm gerade aus erster Hand erfahren hat, wird es die Hobby und Elektronik auch 2017 geben. Und sie wird auch wieder in Halle 5 sein. Allerdings wird sich der Name ändern. Wie bereits vermutet lautet er „Modell + Technik“.

17.15 Uhr: Skern beginnt seine Sachen zusammenzupacken. Da er mit der Bahn unterwegs ist, muss er rechtzeitig los, um seinen Zug nicht zu verpassen. In einer dreiviertel Stunde werden wir seinem Beispiel folgen.

22.45 Uhr: Nachdem ich nahezu eine dreiviertel Stunde gebraucht habe, um das Auto zu entleeren und das ganze Equipment wieder an seinen angestammten Platz im Keller zu räumen fühle ich mich endlich zu Hause. Gute Nacht!

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HE2016: Zahn der Zeit

Nichts hält ewig: Auch unsere geliebte Hardware ist leider nicht mit einer unendlichen Lebensdauer ausgestattet, auch wenn sie länger hält als ein modernes Smartphone oder manch andere Technik-Gimmicks der Neuzeit. Heute hat es einen meiner Monitore und einen C128 DCR erwischt. Der C128 gab beim Einschalten keinen Mucks von sich. Er hatte aber sowiso schon eine Herz-OP hinter sich und enthielt bereits ein PC-Netzteil. Insofern war es ein Kinderspiel diese durch ein neues zu ersetzen. Es erwies sich als kluge Entscheidung, dass ich damals gleich zwei baugleiche Exemplare erstanden hatte. Irgendwie hatte ich wohl geahnt, dass der PC-Schrott nicht lange hält. Beim Monitor muss der Schalter ersetzt werden. Ein typischer Defekt. Ersatzteile gibt’s bei Pollin. Skern hat den Schalter mit einem Kabel überbrückt, es muss hier ja weitergehen.

Sozialistische Hardware: Gestern kam Enno mit einem defekten Spielzeugauto Made in GDR vorbei. Das Problem war die Kabellenkung, der Bowdenzug war gerissen. Offenbar hat sich rumgesprochen, dass Skern ein technisches Multitalent ist. Auseinandernehmen, den Bowdenzug kürzen, wieder Zusammensetzen (der Punkt bei dem bei mir alle Projekte scheitern) und schon konnte man wieder im Kreis fahren.

Laser Toaster: Am Stand der Stiftung Jugend forscht gibt es jeden Tag andere Schülergruppen, die ihre Projekte vorstellen. Heute ist es eine Steuerung für Eisenbahnen gestern gab es einen Einkaufswagen, der über eine Hebevorrischtung das rückenschonende Be- und Entladen ermöglicht, und desweiteren eine Anlage zum Toasten und „Bedrucken“ von Toastbrot. Der „Drucker“ ist ein PC-gesteuerter Laser, der Bitmapgrafiken auf den Toast brennt. Da das ganze mit Transportbändern versehen ist, steht mit diesem Gerät einer „Serienfertigung“ von Lasertoasts nicht im Wege.

Laser-Toaster

Rettet das Steckmodul: Da Brainstorm von einem Programm auf Steckmodul eine Sicherheitskopie benötigte, stellte sich die Frage, wie man das am besten bewerkstelligen sollte. Das ROM hatte er schon ausgelesen, allerdings ließ sich das Programm nicht von Diskette starten sondern verlangte nach einem Modul. Um einen mühseligen Crack zu vermeiden, sollte daher ein CRT-File erstellt werden, um das ganze in ein Easy-Flash übertragen zu können. Nun hätte man dazu natürlich ein entsprechendes PC-Programm nehmen können, aber das kann ja jeder. Also wurde gestern von Skern ein Cartridge-File-Generator für den C64 geschrieben und heute erfolgreich getestet.

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HE2016: Megatrends

Modell + TechnikBlick über den Tellerrand: Als ich heute erstmals die Halle 5 in Richtung der anderen Messehallen verlassen habe, fand ich die nebenstehend abgebildete  Fußbodendekoration direkt vor dem Halleneingang. Das bestätigt meine Beobachtung vom Aufbautag. Die diesjährige Hobby und Elektronik ist die letzte mit diesem Namen. Das schreit geradezu nach einem Abschiedsbesuch!

Bastelstunde: Achtung Kinder, jetzt wird’s blutig! Denn heute musste eine PC-Gamer-Maus ihr Leben lassen. Die Maus mit 8 Zusatztasten (billig erstanden für 8 Euro) wurde ausgeweidet, um an die kleinen Mikroschalter zu kommen. Diese wurden dann etwas trickreich von Skern in einen störrischen Mini Competition Pro eingebaut. Jetzt funktioniert er wieder tadellos.

Der neue Megatrend: Man kann anhand des auf der Messe in Massen verhökerten Geraffels bestens die aktuellen Ramsch-Trends ablesen. Waren es früher die Tintenpatronen (die inzwischen fast schon ausgestorben sind) folgten Handyschalen (leider immer noch nicht ausgestorben) und Helikopter (jetzt abgelöst von Drohnen). Der Versuch, einen Autoscheibenwischer-Trend zu etablieren, scheiterte zum Glück. Ganz neu sind jetzt sogenannte Hoverboards. Es bleibt abzuwarten, ob das der neue Megatrend wird oder nur ein weiterer Rohrkrepierer. Wenn ich mich recht erinnere, sind solche Dinger mit der gleichen Regelmäßigkeit abgeraucht wie das Galaxy Note 7.

Lustige MiniBots: Miniatur-Roboter zum Selberbauen gibt es am Stand von Variobot zu sehen. Der Roboterbausatz „kaibibo“ benötigt keine Lötkenntnisse, da die Einzelteile über Steckverbindungen und unter Verwendung bunter Kabelbinder zusammengebaut werden. Die Steuerung nutzt Lichtsensoren, um schwarzen Linien zu folgen oder Helligkeit zu meiden. Da das ganze für nur 25 Euro auch noch recht preiswert ist, stellt es für Kinder einen idealen Einstieg in die Elektronik dar.

Kaibibo Mini-Bots

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HE2016: Alles wie gehabt

Keine Überraschung: Wie nicht anders zu erwarten, war der Stand der CCL schon 10 Minuten nach Öffnung der Messe vom Jungvolk dicht umlagert. Die Stühle am Bombmania Rechner waren alle besetzt und auch sonst wurde eifrig gedaddelt. Fazit nach 10 Minuten Hobby und Elektronik: Alles wie gehabt.

Nachahmer: Zwei Dinge sind mir gestern beim Aufbau unseres Standes in der Halle aufgefallen. Zum einen hat der Games for Families-Stand in diesem Jahr erstmals eine Retro-Ecke. Mit dabei: ein C64! Nebenan stehen Amiga, NES und Co. Und zum anderen …

Letztlich nicht wirklich überraschend: … sieht es so aus, als wäre die diesjährige Hobby und Elektronik gleichzeitig die Letzte! Jedenfalls taucht der Name „Hobby und Elektronik“ in einer Auflistung der Verbrauchermessen im kommenden Jahr – die ich im Waschraum an der Wand hängen sah – nicht mehr auf. Auch die „Modell Süd“ ist aus dem Messeherbst 2017 verschwunden. Stattdessen findet sich dort eine „Modell und Technik“-Messe, die offensichtlich beides ersetzen soll. Da heißt es abwarten und Tee trinken.

Voll verschärft: Wie schon im letzen Jahr, hat uns die Compinixe heute mit einem köstlichen, selbstgemachten Chili con Carne verwöhnt. Fast 15 Kilo (!) hatte sie in einem riesigen Topf zubereitet, um die Standbesatzungen von AMMS, VzEkC und CCL vor dem Hungertod zu bewahren. Wichtigste Zutat: Chili aus dem eigenen Garten. Damit die Chili überhaupt reifen konnten, mussten diese vor räuberischen Schnecken bewahrt werden. Wie Compinixe verriet, ist sie dafür an jedem regnerischen Abend (und davon hatten wir ja dieses Jahr reichlich) im Chili-Beet auf Schneckenjagd gegangen. Und das nicht einmal am Tag, sondern mehrmals zwischen Dämmerung und Dunkelheit.

Autorennen vorerst abgesagt: Ich könnte schwören, dass man vor einigen Jahren auf der Messe an jeder Ecke PC-Lenkräder nachgeworfen bekam. Wie auch immer, bis auf ein superteures Luxusmodell gibt es in diesem Jahr nichts was ich mittels Jocopod an einen C64 anschließen könnte. In meinem Keller liegt zwar ein PC-Lenkrad (und ich habe es sogar gefunden), aber das hat nur einen USB-Anschluß und ist damit für unsere Zwecke nutzlos, da wir eines mit Gameport benötigen.

Unendliche Geschichte: Seit vielen Jahren warten wir nun schon auf das ATmega128-Adapterboard für das IEC2ATA. Da das Layout schon lange vorliegt, war letztlich nur zu klären, wer die Platinen fertigen läßt und (!) bestückt. Vielleicht haben wir heute eine Lösung gefunden! Auf der Messe waren zwei Vertreter der Firma Aisler, die die Kleinserienfertigung von Platinen und für größere Stückzahlen auch die Bestückung und den Versand übernehmen. Zwar benötigt der Adapter auch danach noch etwas Handarbeit mit dem Lötkolben, da die untere Stiftleiste nicht maschinell bestückt werden kann, aber das Warten hätte endlich ein Ende. Skern hat schon mal die Laoutdateien übergeben und erwartet jetzt das Angebot. Hoffen wir mal das Beste.

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Das Hobby und Elektronik-Team ist endlich volljährig

Vor 18 Jahren, im Jahre des Herrn 1998, stand die CCL zum ersten Mal auf der Messe. Damit hat das Messeteam jetzt die Volljährigkeit erreicht (worauf wir mal einen heben sollten). Die Messe füllte damals (noch am Standort Killesberg) sieben  Hallen. Oliver hatte alles im Alleingang organisiert und die erste Nacht im Auto geschlafen, da er die geplante Unterkunft bei Sputnick nicht gefunden hatte.

Am nächsten Tag kamen Sputnick und weitere Mitstreiter hinzu und gemeinsam fuhr man abends zu ihm nach Hause. Erst wurde in einem Imbiss noch schnell eine türkische Pizza verspachtelt und dann ausgiebig am C64 gezockt (vor allem Ultimate Tron 64 zu sechst). Dann stellte sich allerdings heraus, dass das mit dem vermeintlichen Übernachtungsort wohl irgendwie ein Mißverständnis gewesen war. Sputnicks Mutter nahm es mit Humor, dass dass Haus der Familie nicht nur für den Abend sondern die ganze Nacht von einer Nerd-Invasion heimgesucht wurde (was uns eine eisige Nacht unter der nächsten Autobahnbrücke ersparte). Und am Morgen gab es sogar ein super leckeres Frühstück. Coole Mutter!

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Bilder von der H&E 2015

Man glaubt es kaum. Erst durch den gestrigen Beitrag ist mir aufgefallen, dass ich meine Bilder von der Hobby & Elektronik 2015 in Stuttgart bisher noch nicht online hatte. Das wurde jetzt endlich nachgeholt.

Die Tagesberichte zur H&E 2015 finden sich unter folgenden Links:
1. Tag: Überraschung
2. Tag: Make or Break
3. Tag: Menschenmassen
4. Tag: Eisige Zeiten

Das sollte doch ausreichend motivieren, um sich nächste Woche auf den Weg zu machen. 😉

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Hobby & Elektronik 2016

Hobby und Elektronik Banner 2016Kinder, wie schnell die Zeit vergeht! In weniger als einer Woche öffnen sich die Tore zur Hobby & Elektronik 2016. Vom 17. – 20. November wird Stuttgart wieder zu einem Zentrum des Retrocomputings. VzEkC, RETRO (GO64) und CCL zeigen im Stuttgarter MesseHerbst was es Altbewährtes & Neues in der Commodore-Welt gibt.

Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte, was da so abgeht, sollte sich dazu meinen Beitrag Bilder von der HE 2014 anschauen, der weitere Links zu den jeweiligen Tagesberichten vom vorletzten Jahr enthält.

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La Linea on PET

Wer kennt sie nicht, die La Linea-Demo für den C64 von Breeze? Die atemberaubende Umsetzung der bekannten La Linea-Filme erfolgt dabei in Vektorgrafik. Auf einem PET bzw. CBM-Rechner läßt sich sowas nicht anzeigen, sollte man denken. Das stimmt, stimmt aber auch nicht. Statt einzelner Pixel hat man nur den Standard-CBM-Zeichensatz und statt Vektorgrafik ist allenfalls ein Abspielen von Einzelbildern (Streaming) möglich aber immerhin, es ist möglich. Jan Derogee, zeigte es auf der Classic Computing in Nordhorn auf seinem CBM 3032:

Zur Umsetzung dieses Projektes waren zwei Voraussetzungen zu erfüllen: 1. Die Realisierung einer ausreichend schnelle Übertragung großer Datenmengen und 2. Eine Methode, um den Originalfilm in PETSCII-Zeichensalat zu konvertieren.

La Linea Infoblatt (Vorschau) Wie man dem nebenstehenden Infoblatt entnehmen kann, wurde das erste Problem dadurch gelöst, dass  Jan Derogee auf die von ihm entwickelte Hardware Cassiopei zurückgriff. Das Gerät hängt zwar am Kasettenport, benutzt jedoch ein eigenes viel schnelleres Übertragungsprotokoll. Zusätzlich wurde noch ein Videoformat entwickelt, das eine Datenübertragung mittels Deltacompressing ermöglicht. Es werden dabei keine ganzen Frames (Einzelbilder) sondern nur veränderte Bildbereiche übertragen. Somit war eine ausreichende Bildrate gewährleistet. Das zweite Problem erledigt ein PC. Jan hat dazu ein noch unveröffentlichtes Programm in Visual Basic geschrieben, dass ein Video in Einzelbilder splittet und diese jeweils in ein Schwarz-Weiß-Bild konvertiert (mit Dithering). Diese Bilder wiederum werden in 1000 Kacheln (40×25) zerlegt, die jeweils ein 8×8 Bitmuster repräsentieren. Jedes so erhaltene Bitmuster wird dann durch das bestpassende PETSCII-Zeichen ersetzt. Wie man oben sehen kann, ist das Ergebnis durchaus beeindruckend.

Aufgrund der limitierten Passgenauigkeit der PETSCII-Zeichen nimmt die Bildqualität so erzeugter Videostreams stark ab, wenn die Videos zu detailreich werden. La Linea ist daher diesbezüglich ein dankbare Vorlage. Eine erhöhte Videoqualität ergäbe sich mit einem optimierten Zeichensatz. Sowas funktioniert dann allerdings nicht mehr mit einem CBM-Rechner jedoch gut mit einen C64. Und deshalb ist im PC-Programm die optionale Erzeugung eines optimierten Zeichnensatzes bereits enthalten. Man darf daher gespannt sein, was da demnächst noch über den Bildschirm flimmert.

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Einer für alles: PetBus

Das, aus meiner Sicht, derzeit aufregendste neue Stück Hardware, das auf der Classic Computing gezeigt wurde – und es gab da starke Konkurrenz -, hatte Entwickler Stephane Ghenne aus Belgien auf seinem Tisch stehen: Eine quadratische Platine, den PetBus, der diverse Anschlussbuchsen für Commodore-Peripheriegeräte hat. Eigentlich waren es vier solcher Platinen, die über Netzwerkkabel verknüpft waren. An jedem PetBus hingen wiederum diverse Computer (CBM, C64) bzw. Floppies (1541, 1581, CBM 2031, SD2IEC).

PetBus-Platine
Nahaufnahme von der PetBus-Platine (V 1.0) mit ihren vielfältigen Anschlussmöglichkeiten

Der PetBus erlaubt es allen angeschlossenen Commodore-8-Bit-Rechnern auf jedes angebundene Floppylaufwerk (oder auch eine Drucker) zuzugreifen und löst gleichzeitig die IEEE488 vs. IEC-Bus-Problematik auf, die bisher spezielle (oft inkompatible) Steckmodule oder Speziallösungen erforderte. Aufgrund der Netzwerkfähigkeit ist das ganze auch über größere Entfernungen möglich bzw. skalierbar. Abgerundet wird das ganze dadurch, dass man auch virtuelle Laufwerke auf einem angeschlossenen PC einrichten kann.

Auf der CC wurde angeregt, den kabelgebundenen Netzwerkanschluss durch ein WiFi-Modul zu ersetzen. Ich persönlich würde mich eher über eine Unterstützung des C128-Burst-Modus oder von JiffyDOS freuen. Stephane selber denkt mehr über ein passendes Gehäuse nach. Allerdings wäre mir all das egal, wenn es den PetBus nur schon zu erwerben gäbe, doch bisher sind nur Prototypen verfügbar.

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Haut den Lukas … äh, Maulwurf!

„Smack a mole“, man könnte es auch „Maulwürfe verdreschen“ nennen, war eines der Spiele, die auf der Classic Computing meine Aufmerksamkeit erregte. Nicht wegen des Spielprinzips, das kennt man von schlecht gemachten PC-Spielchen, sondern wegen der Umsetzung mit einem „echten“ Hammer (und auf einem C64).

pic_smack_a_mole
Das Spiel hat einen Sommer- und einen Winter-Modus

Die Geschichte, die mir Jan Derogee auf der CC erzählt hat (bzw. was ich davon verstanden hatte) unterscheidet sich etwas von dem was er auf seiner Homepage schreibt, aber eines ist wohl sicher: das ursprünglich nur zu Demonstrationszwecken gebaute Arcade Cabinet mit Lightpen-Hammer, echten Arcade-Joysticks und -Buttons zum Ausklappen hat jetzt einen festen Platz in seinem Wohnzimmer. Und natürlich kann man damit auch jedes andere C64-Spiel genießen, denn im Arcade Cabinet verbirgt sich ein vollwertiger C64 mit Tastatur und Floppy-Laufwerk.

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