Aus und vorbei mit der CeBIT

Nach 33 Jahren Eigenständigkeit hat die Deutsche Messe AG heute das Ende der CeBIT verkündet. Die CeBIT-Webseite mit der entsprechenden Pressemeldung ist natürlich noch erreichbar, fragt sich allerdings wie lange noch. Die CeBIT startete bereits 1970 in der neuen Halle 1 als Centrum der Büro- und Informationstechnik und integraler Teil der weltgrößten Industriemesse, der Hannover-Messe, und verselbständigte sich 1986, da der Flächenbedarf anders nicht mehr gedeckt werden konnte (CeBIT wurde neu interpretiert als: Centrum für Büroautomation, Informationstechnologie und Telekommunikation). Nach dem Rekordjahr 2001 war allerdings ein erst langsamer doch sich ständig beschleunigender Niedergang zu beobachten.

Berichte zum überraschenden Ende der einstmals größten IT-Messe der Welt finden sich in vielen Medien. Der NDR titelt „That’s IT: Cebit macht dicht“ und liefert dazu auch eine Bilderstecke. Das erste Bild zeigt einen C64 (allerdings mit eindeutig inhaltlich falschem Bildtitel, den die Aufnahme stammt offensichtlich nicht aus einem Kaufhaus).

Fotostrecke zur CeBIT (NDR)

Eine kurze Fotostrecke zeigt auch die Süddeutsche Zeitung und die Wirtschaftswoche kann sogar mit alten schwarzweiß Bildern aufwarten. Das ganze hat auch schon, da kann der gute alte Brockhaus sowenig mithalten wie die Encyclopædia Britannica, seinen Weg ins Wikipedia gefunden. Dort jagte heute ein Textupdate das andere.

Was bleibt sind Erinnerungen

Ich erinnere mich noch an die Zeit Ende der 70er und Anfangs der 80er als ich regelmäßiger Besucher der Messe war (ja, so alt bin ich schon). Dort habe ich CBM-Rechner mit Floppys und Festplatten bestaunt, später fasziniert den Sharp MZ-80A um seinen Zeichensatz beneidet (da ich inzwischen einen CBM 4008 hatte, der keine kleinen Männchen auf den Bildschirm brachte), anschließend den VC20 als Spielzeug ignoriert, die ersten tragbaren CP/M-Rechner als uninteressant abgetan (ohne BASIC unbrauchbar), auf den ausgestellten PCs leere Textdateien namens „virus.exe“ erzeugt, den Amiga (später Amiga 1000) bestaunt, mich in den C128 verliebt (da der Amiga vieeel zu teuer war) und auf fabrikfrischen Apple Lisa-Rechnern das Malen mit der Maus (welch Graus) ausprobiert. Das Ende der Homecomputer-Ära ließ auch mein Interesse an der CeBIT schwinden. PCs, PCs, PCs. Und was danach kam war noch schlimmer (natürlich nur aus meiner eingeschränkten Sicht heraus). So hält sich die Wehmut letztlich in Grenzen.

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