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Die eierlegende Wollmilchsau

Bereits im September 2008 kündigte Individual Computers auf der Back In Time Live in Stockholm für das erste Quartal 2009 eine neue Hardware für den Commodore 64 an: das Chameleon.

Diese „Superduper-Ultra-Turbo-All-in-one-cart“ (Zitat von RaveGuru auf retrohackers.com) könnte man auch als die eierlegende Wollmilchsau unter den Cartridges bezeichnen. Vereint sie doch so ziemlich alle denkbaren Funktionen und noch ein paar bisher undenkbare in einem kleinen gelben Gehäuse.

Chameleon Prototyp - Bild: Individual Computers, Jens Schönfeld

  • VGA-Ausgang (VIC II Emulation)
  • Turbo-Funktion bei voller 6510-Prozessor Kompatibilität
  • Zyklusgenaue REU (Speichererweiterung) mit 16 MByte RAM
  • MMC/SD Kartenslot mit MMC64 Kompatibilität und 1541-Emu
  • PS/2-Anschluss für PC-Tastatur
  • Retro Replay Kompatibilität
  • Anschluss für das RR-Net (Ethernet)
  • Stereosound
  • Stand-Alone-Mode (das Modul kann ohne C64 nur mit PC-Tastatur und Monitor betrieben werden bzw. als separates IEC-1541-DiskDrive dienen)

Jetzt, gut ein Jahr nach der Ankündigung, gibt es endlich den ersten richtigen Prototypen (siehe Photo). Wenn die abschließenden Hardwaretests und die finale Softwareentwicklung erfolgreich verlaufen, sollte das Produkt zum Jahresanfang 2010 in Serie gehen. Das Weihnachtsgeschäft, wenn es denn bei Retro-Hardware sowas überhaupt gibt, wird man jedoch aller Voraussicht nach verpassen. Der Preis für dieses excellente Stück Hardware soll bei 220 Euro liegen.

Mehr über das Chameleon erfährt man im Forum 64 (hier und dort) sowie auf der inoffiziellen Entwicklerpage: www.syntiac.com. Dort kann man auch ein umfassendes Programmierer Manual (Draft Version) für das Chameleon herunterladen (PDF).

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Lesefutter für den Herbst

Der Oktober liefert dieses Jahr reichlich Lesefutter für Liebhaber alter Computer. Den Reigen eröffnete die Lotek. Das Heft 31 (Download) lag Anfang Oktober in meinem Briefkasten. Dann folgte Ende letzter Woche die Retro #13 (bei mir heißt sie GO64! Ausgabe 07-09/09). Und angekündigt für die nächsten Tage sind die erste Ausgabe der Return (ehemals CeVi aktuell) sowie die Digital Talk. Letztere erstmals mit einem Begleitheft (nur für Abonnenten). Wer sich bei diesem Angebot an aktuellen Magazinen vor einem dunklen Herbst fürchet, ist selber schuld.

Magazine im Oktober 2009

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Impressionen von der Classic Computing 2009

Am Beginn steht das Chaos. Samstag morgen, Zehn vor Zehn. Nachdem ich endlich die Statdhalle in Hachenburg gefunden habe, muss ich mir erstmal ein Plätzchen für meinen c128 suchen. Der für die Classic Computing (CC) sorgsam ausgearbeitete Tischplan war zwischenzeitlich hinfällig geworden, da aus irgendwelchen Gründen die Möbel nicht so in die Halle passten, wie man sich das vorgestellt hatte. Es besteht also freie Auswahl.

Nach und nach trudeln weitere Aussteller ein. Ein großes Spruchband mit der Aufschrift „Classic Computing 2009“ wird vorbereitet und draußen aufgehängt. Seit 10 Uhr ist für Besucher geöffnet. Da kein Eintritt erhoben wird und alle Türen offenstehen, merkt das aber keiner. Überhaupt bleibt an diesem Samstag die Zahl der Besucher überschaubar. Nur selten verlieren sich Nicht-Insider in die Ausstellungshalle.

Wie immer bei solchen Veranstaltungen komme ich mal wieder zu nichts. Man muss sich ja erstmal orientieren, was die anderen so treiben. Da nervt man dann den einen mit Fragen oder wird vom anderen ungefragt zugetextet. Hinterher ist man schlauer – meistens.

Interessante Ausstellungsstücke sind eine Iris Indigo als Kaffeemaschine und ein total verbastelter CBM. Da ist vermutlich ein wahrer Meister der Lötkunst am Werke gewesen. Ansonsten gibt es das übliche Programm von Atari, Commodore & Co.

Alter verbastelter CBM-Rechner Iris Indigo als Kaffemaschine Thiemo und Constantin im Gespraech Der Nachlass
Kabelwirrwar in einem verbastelten CBM Eine Iris Indigo als Kaffemaschine Thiemo Eddiks im Gespräch mit Constantin Gillies Compirudis Vermächtniss an die Nachwelt

Dank aufmunternder Tips von Retro Donald wage ich es dann irgendwann doch, meine defekte RAMLink zu zerlegen. Eigentlich habe ich ja auf der CC einen Hardwareexperten suchen wollen, da ich mich an solchen Dingen nur ungern selber versuche. Zu meiner Überraschung sind nur zwei RAM-Riegel zerschossen. Der Rest funktionierte noch einwandfrei. Allein dafür hat sich der Ausflug gelohnt.

Zwei Programmpunkte am Samstag führen mich in einen kleinen Nebenraum (eigentlich die Eingangshalle): Erst gibt es von und mit Constantin Gillies eine Lesung aus seinem Buch „Extraleben„. Und danach stellt Thiemo Eddiks sein Oldenburger Computer Museum vor.

Der Abend klingt dann mit der Jahreshauptversammlung des Vereins zum Erhalt klassischer Computer e.V. aus. Die Versammlung dauert dann doch viel länger als erwartet, da ein (nahezu) komplett neuer Vorstand gewählt werden muss. Und besonders die Suche nach einem neuen ersten Vorsitzenden erweist sich dabei als nicht gerade einfach. Auf der Vereinshomepage kann jeder das Ergebnis der Wahlen nachlesen. Nach weiteren Diskussionen, Satzungsänderungen und was weiß ich, kann ich endlich nach Hause fahren. Während ich also durch den finsteren Westerwald gen Heimat brause – ich weiß immer noch nicht wie ich da wieder rausgekommen bin – zocken die anderen Teilnehmer, die vor Ort übernachten, munter weiter.

Am nächsten Morgen stehe ich wieder auf der Matte. Den zweiten Tag der CC will ich mir nicht entgehen lassen. In der Schule neben der Halle hat ein Wahlbüro zur Bundestagswahl aufgemacht. Ab und zu schauen ein paar Wähler herein, sind aber sichtlich irritiert von dieser seltsamen Ansammlung von Geeks und Nerds.

Ich komme mal wieder zu nichts. Auf der Bühne wird an diesem Vormittag Compirudis Nachlaß für einen guten Zweck versteigert. Dutzende CBM-Rechner, CBM-Floppys, Viele C64, C128, 1581, 1551, Kisten mit Netzteilen, Joysticks, Zeitungen, sowie mehrere IBM PCs und vieles andere wechseln in wenigen Stunden ihren Besitzer. Ein Paradies für Schnäppchenjäger. Leider habe ich nur einen kleinen Keller…

Irgendwann ist es plötzlich Nachmittags und das große Zusammenpacken beginnt. Ich schaffe es gerade so, meine alten und neuen Schätze in meinem Auto zu verstauen. Wie gut, dass andere einen großen Wohnwagenanhänger organisieren konnten. Anders hätten sie ihre Neuerwerbungen auch nicht davonschaffen können. Ich hingegen hadere immer noch mit meinem viel zu kleinen Keller und denke mit Wehmut an Compirudi: Du fehlst uns, alter Junge!

Bilder von der CC 2009 in Hachenburg:
[1] www.c128.net/album/cc2009
[2] www.classic-computing.de/galerien/cc2009/cc2009.html

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Classic Computing 2009

Auch in diesem Jahr lädt der Verein zum Erhalt klassischer Computer e.V. wieder zu einer Classic Computing ein, diesmal am 26. und 27. September – also am kommenden Woichenende – in den schönen Westerwald nach Hachenburg.

CC 2009

Der Eintritt ist frei! Für Besucher ist täglich ab 10 Uhr, Samstag bis 18.00 Uhr, Sonntag bis ca. 16.00 Uhr geöffnet. Neu ist, dass Vereinsmitglieder und Aussteller am Samstag mal so richtig Party machen und auch die Nacht durchzocken können. Weitere Infos gibt es auf der Vereinshomepage.

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Bilder von der dritten HomeCon

Am letzten Samstag (29.8.2009) war es wieder soweit. Die dritte HomeCon im Bürgerhaus Froschhausen lockte mit freiem Eintritt, Kaffe & Kuchen und natürlich auch mit jeder Menge historischer Computer. Leider konnte ich mir zeitlich nur einen kurzen Abstecher leisten und habe dadurch den Daddelwettbewerb und andere nachmittägliche Aktivitäten verpasst. Doch immerhin konnte ich noch ein von Rainer Benda handsigniertes Exemplar von „Der Untergang von Commodore“ ergattern.

HomeCon 2009 III Reparieren und Justieren

Meine Bilder finden sich im Album auf C128.Net. Mehr Fotos gibt es auf der HomeCon-Homepage. Dort steht inzwischen auch ein ausführlicher und bebilderter HomeCon-III-Bericht von Hessi. Ganz Harte können sich auch die Diskussion zur HomeCon III im Forum64 reinziehen.

Die nächste HomeCon ist bereits geplant. Als Termin für die HomeCon IV wurde der 14. November 2009 ausersehen und die Anmeldung ist auch schon möglich.

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Commodore ist ein Schmetterling

Im Mai diesen Jahres wurde mit viel TamTam das im März angekündigte Projekt von Stephen Wolfram umgesetzt, eine „rechnende Wissensmaschine“ (computational knowledge engine) zu bauen und ins Web zu stellen. Ein viertel Jahr ist seitdem vergangen. Das war Anlass genug, um mal die „Nützlichkeit“ dieses Wunderdingens zu prüfen.

WolframAlpha

Natürlich ist „Nützlichkeit“ ein relativer Begriff und benötigt daher einen über alles erhabenen Bezugspunkt. Der ist schnell gefunden und lautet „Commodore 64“. Was allerdings verwirrt, ist das Ergebnis, was WolframAlpha liefert.

Der Begriff Commodore wird primär als Schmetterling interpretiert. Und dann folgen noch Hinweise auf einen völlig aus der Mode gekommenen Männernamen und den Rang eines Marineoffiziers. Während WolframAlpha für börsennotierte Unternehmen die aktuellen Kurse und andere Finanzdaten liefert (Beispiel: IBM), sind untergegangene Unternehmen offenbar keiner Erwähnung mehr wert (ganz anders und aktuell bei SPON).

Die Suchanfrage C64 liefert die Geometriedaten für einen Kreis mit einem Umfang von 64 Längeneinheiten. Weitere Interpretationen (Groß-/Kleinschreibung ist hier relevant!) sind die als Temperatureinheit Celsius (64°C), als chemische Verbindung (C64) oder mathematisches Objekt. Ganz analog ist das mit C128.

Alles in allem, liefert WolframAlpha nichts, was unsereins gebrauchen könnte. Da geht man besser gleich ins Forum64.

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C128 als Filmstar?

Die Kurhaus Production aus Baden-Baden dreht ihren ersten Langspielfilm für den Südwestrundfunk (SWR) in Karlsruhe und sucht für die im Jahr 1986 angesiedelte Geschichte noch Produkte aus dieser Zeit. Benötigt wird unter anderem ein betriebstüchtiger Commodore 128 nebst Zubehör.

Wer also im Raum Karlsruhe wohnt und sein Schmuckstück als Filmrequisite (leider nicht als Filmstar) über den Bildschirm flimmern sehen möchte, sollte sich bei den Filmemachern melden. Weitere Informationen gibt es auf ka-news.de oder life PR. Der Titel des Films: „U.F.O“. Geplante Drehzeit ist im Mai 2010.

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Nach der HomeCon ist vor der HomeCon

Erst passiert im Rhein-Main-Gebiet jahrelang nichts und dann folgt ein Szene-Treffen dem nächsten. Die erste HomeCon im April war kaum vorbei, da gab es im Juni schon die zweite. Ein reich bebilderter Bericht über die HomeCon II findet sich auf HomeCon.Net.

HomeCon-Logo

Und schon ist die Anmeldung zur HomeCon III eröffnet. Termin ist der 29.08.2009 (ab 10.00 h) und natürlich findet alles wieder im Bürgerhaus Froschhausen (Freiherr-Vom-Stein-Ring 23a, 63500 Seligenstadt) statt. Infos zum Ort und der Anreise gibt es hier und im Forum64.

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Neues Printmagazin im Herbst?

Heute hat finchy, Gründer des PDF-Magazins cevi-aktuell, im Forum64 folgende Meldung veröffentlicht:

Neues Magazin mit alten Wurzeln: RETURN ab 1.10.2009

Seit vier Jahren hat sich die cevi-aktuell kontinuierlich entwickelt, hat sowohl hinsichtlich ihres Umfangs als auch hinsichtlich des Layouts sehr große Fortschritte gemacht, und wir stehen jetzt an einem Punkt, an dem wir uns fragen mussten, wie es weitergehen soll.

Die Erstellung jeder Ausgabe ist sehr zeitaufwändig geworden, aber die vergangenen Ausgaben kamen dafür auch unheimlich gut bei Euch an. Wir haben uns darüber sehr gefreut, aber faktisch haben wir den Punkt bereits überschritten, an dem die cevi-aktuell ein reines Freizeitvergnügen für uns ist. Die immense Zeit und Arbeit, die wir in jedes Heft stecken, rechtfertigt leider nicht, dass wir dafür Familie und Freizeit ersatzlos vernachlässigen. Wir haben uns also gut überlegt, ob wir weitermachen wollen, und wenn ja, wie.

Die Entscheidung ist gefallen: die cevi-aktuell wird ab dem 1.10.2009 zur „RETURN“, behält ihren Commodore/C64-Schwerpunkt und wird zudem auf andere 8-Bit-Heimcomputer und -Spielkonsolen erweitert. Dieser Schritt ist nötig, um mit der künftigen Printausgabe ein breiteres Publikum anzusprechen – die gewohnte cevi-Qualität bleibt natürlich erhalten. Die kostenlose Online-Version müssen wir dafür leider einstellen. Aber:

Wir brauchen weiterhin – und gerade jetzt – Eure Hilfe! Wenn ihr Spaß habt, ansprechende Texte rund um Commodore, Atari, Schneider, Sinclair, Sega & Nintendo zu schreiben, dann meldet Euch bei uns! Es werden schreibfreudige Leute aus der Atari-, Sinclair- und Nintendo-Szene gesucht!
Falls wir Euren Text veröffentlichen, vereinbaren wir dafür ein entsprechendes Honorar mit Euch! Wir hoffen, dass das für Euch ein netter Anreiz ist, Euch einzubringen, denn das Mit- und Füreinander hat die cevi stets ausgemacht – und so soll es auch bei der RETURN bleiben.

Ich hoffe, ihr freut Euch mit uns auf die kommenden RETURN-Ausgaben!

Das ist eine überraschende Entwicklung. Man kann dem Projekt nur alles Gute wünschen.

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Retro #12: Ich seh 3D

Retro #12Da ich mich nicht wiederholen will, fasse ich mich diesmal kurz: wer die Retro mag, wird diese Ausgabe lieben. Professionell im Stil und bunter denn je. Das Mehr an Farbseiten fällt sofort auf und so merkt man erst etwas später, dass die sonst beiliegende CD fehlt. Diese ist nunmehr nur noch als CD-Image erhältlich. In Zeiten von DSL ist dies wohl für die meisten verschmerzbar.

Der Titel 3D wird konsequent umgesetzt. Es liegt sogar eine 3D-Brille (blau/rot) bei, um spezielle Fotos und Grafiken im 3D-Look genießen zu können. Ein nettes Gimmick (das Wort klingt einfach besser als die Übersetzung: Mätzchen, Spielerei).

Wer mehr zum Inhalt wissen möchte, findet diese Info natürlich auf retromagazine.eu oder auf den Seiten des CSW-Verlags.

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