Anhang C: Monitor

Bei der Übertragen des Bedienungshandbuchs zum C128 in das HTML-Format gibt es wieder einen kleinen Fortschritt. Der Anhang C: Maschinensprache-Monitor ist seit ein paar Tagen online.

Bei der Überarbeitung wurde offensichtlich, dass die Probleme, die man sich heutzutage durch Cut & Paste einhandelt – nämlich die kritiklose Übernahme alter Daten – schon damals existierten. Und dabei verstand man 1985 unter der Begriff Windows nur (i.d.R. viereckige) mit Glasscheiben verschlossene Löcher in Gebäuden und keinesfalls ein bis heute nicht ordentlich funktionierendes Betriebssystem für Computer.

Bei der Erstellung des Anhangs C wurde von Commodore auf die Beschreibungstexte eines Vorgängers des C128-Maschinensprache-Monitors zurückgegriffen, auf den Terminal Interface Monitor (TIM) der alten CBM-Rechner. Sowas ist ansich nicht verwerflich, doch bei den Anpassungen der Texte an die neue Version fehlte es dann an der erforderlichen Sorgfalt.

Belegt wird das durch diverse Artefakte (die in der Überarbeitung jetzt ausgemerzt wurden). Besonders deutlich wird es, wenn im Handbuch in den Beispielen ein Punkt (.) vor die Befehle und die Ausgabetexte des Monitors gesetzt wird. Der Punkt war das Prompt-Symbol des TIM. Der Monitor im C128 kennt jedoch gar kein Prompt und der Punkt wurde zum Assemblerbefehl. Ein weiteres Indiz ist die nahezu durchgängige Forderung, dass nur Hexadezimalzahlen eingegeben werden dürfen. Das stimmte für den TIM, der C128 kennt jedoch vier Präfixe für Zahlensysteme ($,+,&,%) und erlaubt die Zahlenangabe in jedem dieser Systeme.

CBM Monitor Registerinhalte

C128 Monitor Registerinhalte Bild oben: Hardcopy zum R-Befehl im Monitor (TIM) eines CBM 4032 (mit Angabe des IRQ)

Bild links: Hardcopy zum R-Befehl im Maschinensprache-Monitor des C128

Besonders lustig wird es beim R-Befehl, der die Registerinhalte anzeigt. Im original Beschreibungstext des C128-Handbuchs steht, dass auch der IRQ-Vektor angezeigt wird. Das stimmt für den TIM, ist für den C128-Monitor aber schlichtweg falsch (wie die Abbildungen oben belegen). Das wusste wohl auch derjenige, der das passende Beispiel zum R-Befehl hinzufügte. Hier findet sich – richtigerweise – keine Angabe zum IRQ-Vektor. Stattdessen wurde wieder ein (hier nicht hingehörender) Punkt vor den R-Befehl und die Ausgabedaten gesetzt. Ein wirklich korrektes Beispiel war wohl zuviel verlangt.

Wen wundert es da, dass im Handbuch die Möglichkeit der Umwandlung von Zahlen aus einem in ein anderes der vier unterstützten Zahlensysteme ganz unterschlagen wurde?

All das beweist uns: kritikloses Abtippen kann Cut & Paste perfekt ersetzen.

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