Bye-bye, RETRO!

Gestern lag die aktuelle RETRO (#23) im Briefkasten. Bei mir als GO64! – Ausgabe 1-3/2012. Der große Aufmacher: Lara Croft. Die erste Überraschung: ein neuer GO64-Schriftzug. Die zweite, weitaus wesentlichere Überraschung: die alte Retro-Redaktion wurde ausgemustert, jetzt wird das Magazin von Retronauten gemacht. So bezeichnen sich die neuen Redakteure selbst bei ihrer Vorstellung auf Seite 3.

Altes GO64-Urgestein, wie Sebastian Bach, Stephan Humer, Andreas M. Böhm oder Philip Eicher, haben die Redaktion verlassen. Man könnte meinen, es hätte eine feindliche Übernahme stattgefunden. Ein Blick zurück (in Retro #22) zeigt, dass sich der Übergang schon im letzten Jahr andeutete. Gestaltung und Satz wurden von einer neuen Agentur übernommen und Projektleiter (Chefredakteur) wurde Robert Bannert. Dieser Wandel wurde jetzt mit dem Austausch der Redaktion abgeschlossen.

Die GO64! im Wandel, ein No-Go!

Der Vergleich der letzten drei Cover zeigt den sich andeutenden und dann vollendeten Wandel in der Heftgestaltung. Während der äußere Wandel durchaus ansprechend ist, läßt der innere übles ahnen. Schon Ende Februar kritisierte Chris Pfeiler die Entwicklung der RETRO weg von ihren Wurzeln und malte das Gespenst einer „PC-RETRO – Das Spaßmagazin“ an die Wand. Jetzt ist das Gespenst zur grausamen Realität geworden!

Life-Style und Zeitgeist haben 8-Bit aus dem Heft vertrieben. Die obligatorische „30 Jahre C64-Story“ hätte auch auf SPON stehen können und dient nur noch als Feigenblatt. Was man früher sparsam als „Tellerrandgeschichten“ zur Ergänzung eines Retrocomputer-Magazins eingestreut hätte (z.B. Berichte über Abenteuerfilme, Adventure Gamebooks oder das Spiel HeroQuest) ist heute bei der RETRO wesentlicher Inhalt.

Nichts gegen Rollenspiele (spiele ich selber) oder HeroQuest (steht auch in meinem Spieleregal), aber ich beziehe ein Retrocomputer-Magazin nicht wegen solcher Themen. Für mich hat die RETRO nichts mehr zu bieten. Meinetwegen muss zukünftig keine Teilauflage mehr mit dem alten Titel „GO64!“ gedruckt werden, zumal der zugehörige Untertitel „Das Commodore64 Magazin“ geradezu eine Verhöhnung der Stammleser darstellt. Das soll jetzt nicht heißen, dass andere Leserschichten keinen Spaß an diesem Magazin haben können, aber für mich ist das definitiv der letzte Jahrgang.

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3 Antworten zu Bye-bye, RETRO!

  1. Hallo!

    Keine Angst, wir befinden uns mit dem Heft immer noch in der Metamorphose. Daß im Impressum die „alten Kämpen“ nicht zu finden sind, ist leider ein bedauerliches Versehen. Da muß der Verantwortliche noch ein wenig nachjustieren. Aber das Heft wird sich definitiv wieder mehr in Richtung RETRO bewegen als dies bei der ersten Ausgabe mit dem neuen Layouter der Fall war. Es dauert nur (leider) noch ein wenig. Wenn jemand diese Geduld nicht hat, kann ich das verstehen. Daß aber Bewegung drin ist, sieht man ja aufgrund der gegenwärtigen Entwicklung.

  2. wte sagt:

    Naja, nach einem Versehen sah es nicht aus, zumal im Editorial von „Übernahme“ die Rede war und nur die neuen Leute erwähnt wurden. Ich laß mich aber gern überraschen. Trotzdem hilft mir auch mehr „RETRO“ nicht weiter, denn ich bräuchte mehr „Brotkasten“. Trotzdem: Viel Glück auf den weiteren Weg!

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